Dachstein Superferrata

Mit den Naturfreunden Ratten stand dieses Wochenende der Super Ferrata am Dachstein, sprich Klettersteig "Anna", "Johann" und "Schulteranstieg" auf den Hohen Dachstein am Programm.

Anreise Samstag Nachmittag bis zur Talstation der Huhnerkogelbahn. Mit dabei: Charly als Organisator, Sepp und Gerhard. Es folgt der kurze Aufstieg zur Südwandhütte, wo wir ein unruhiges Quartier im Lager hatten. Am Abend gab es neben ein oder zwei Bier ein ordentliches Wetter mit ausgiebigem Regenfall.
Am Morgen um 6:00 Uhr war die Welt wieder in Ordnung, blauer Himmel, kurzer Zustieg zur "Anna", quasi zum aufwärmen. Die Anna ist ein wunderbarer einfacher Klettersteig mit Aussicht in die Schladminger Tauern. Die 1/2 Stunde die man mehr braucht als im direkten Zustieg zum Johann ist es auf jeden Fall wert.

Am Einstieg vom Johann ist sofort klar, das ist eine andere Klasse. Ein kurzer Überhang am Einstieg trennt wie am HTL-Steig an der Hohen Wand mit einem "E" die Touris von den Bergsteigern. Wer hier schon Probleme hat, sollte umgehend umkehren. Die Aussicht vom Johann in die Dachstein Südwand ist wirklich einmalig, da kommen sofort intensive Erinnerungen an die Durchsteigung des Steinerwegs vor genau einem Jahr auf, Traumwand mit Traumrouten!

Am Johann folgt eine "Nagelleiter" der Nächsten, gesamt ist der Steigmehr als ausgezeichnet abgesichert, an vielen Stellen sind mehr als wirklich notwendig Stifte "genagelt". Der Fels ist am Steig noch super griffig. Die Länge sollte man nicht unterschätzen. Im oberen Teil gibt es viele Stellen an welchen man darauf achten muss nur ja keine Steine loszutreten.

Nach einer problemlosen und wunderbaren Durchsteigung folgt eine Rast in der Südwand Wetterwarte (Seethalerhütte), Kraft sammeln für die letzte Etappe, den Schulteranstieg auf den Hohen Dachstein.
Dieser bedarf im Vergleich zu Anna und Johann keine Klettersteigkenntnisse mehr, es geht eher um ausweichen von "Gipfelhorden" und schnelles umgehen und überklettern von selbigen.

Beim Aufstieg sind mir gefühlte 50 bis 70 Leute entgegen gekommen, 10 bis 15 hab ich überholt.
Als Dank für den schnellen Aufstieg war ich 20 Minuten alleine (!!) am Gipfel, welch eine Aussicht,
unter anderem auf den Grimming.

Nach einer kurzen Rast mit meinen Kameraden die nachgekommen sind, geht es an den Abstieg auf den Gletscher, dieser befindet sich heuer wegen der Hitze in einem extra erbärmlichen Zustand. Der Rückgang in den letzten 30 Jahren kann nur als brutal bezeichnet werden. Wenn es so weiter geht ist da in 20 Jahren nix mehr da...

Es folgt in wenigen Minuten die Abfahrt via Seilbahn, dieses mal ohne stundenlang anstellen...

Gesamt sind die 3 Klettersteige an einem Tag ein an die Kondition anspruchsvolles Vorhaben.
Wer es aber trotzdem durchzieht kann von sich sagen, er hat den Super Ferrata gemacht.

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