Grimming Biwak

Weil ich es noch nicht gemacht habe und weil es gut zur Sommervorbereitung gepasst hat, hab ich am 26. Mai 2017 ein Biwak am Grimming gemacht. Eigentlich wollte ich am Donnerstag 25. gehen, aber das Wetter war alles andere wie stabil schön, also Nachmittag Ersatzprogramm auf die "Hohe Trett" schauen wie es am Grimming aussieht... Teufel da liegt aber schon noch viel Schnee in der Schneegrube und auf der Rampe auf den Grat raus... da müssen die Steigeisen auch noch mit.

Freitag war dann das Wetter besser, zu Mittag war Start in Niederstuttern, gemütlich, weil die Mittagsonne konnte es schon ordentlich und ich hatte den ganzen Nachmittag nichts anderes am Programm als via Süd-Ost-Grat auf den Gipfel. Die 2 Stunden bis zu Schneegrube waren "warm", ab Mitte der Schneegrube wurde es zwar kühler, aber auch steil und teilweise eisig, also Steigeisen anziehen.

Am Süd-Ost-Grat die Frage, am Fels mit Steigeisen, oder auf den Schneefeldern vor allem auf der Ost-Seite ohne Steigeisen.
Die ersten Felsaufschwünge und die folgenden Schneefeld noch mit Steigeisen, wurden sie dann trotzdem weggepackt und der restliche Anstieg bis am Gipfel erfolgte ohne Steigeisen, stellenweise mit Stufen treten, ging aber nicht so schlecht. 

Ein Erlebnis wie im Hochwinter sind die letzten beiden Türme vor dem Gipfel Aufbau, der unter wird ja im Sommer auf der Ostseite via einem Loch und einer Platte umklettern, der ober Turm muss im Sommer einige Meter abgeklettert werden. Ende Mai ist es wie im Hochwinter, einfach auf den 3 bis 5 Meter Schneewechten problemlos begehbar.

Mit der Biwak Ausrüstung am Gipfel angekommen wie immer ein freudiger "Juchatza" ins Tal hinunter.
Es folgt ein ruhiger Spätnachmittag mit einem ordentlichen Abendessen und einem Weltklasse Ausblick in alle Seiten.
Vor allem der Sonnenuntergang ist sehenswert, wie sich der Schatten des Grimming bis ins Gesäuse runterzieht, das Farbspiel, ein wirklich wunderbarer Eindruck der in Erinnerung bleibt.

Es folgt eine gemütliche aber viel zu warme Nacht in der Biwak Schachtel und ein Wecker der viel zu Früh erinnert das man ja auch den Sonnenaufgang sehen will. Wirklich schön ist das Glühen des Horizont in den Minuten bevor die Sonne kommt.

Und nur Minuten später erstrahlt sie wieder, was zuvor noch im dunklen lag kommt wieder ins Licht.

Im Abstieg liebäugelte ich mit einem kurzen Abstecher auf den Schartenspitz. Ungesichert via Grimmingscharte wollte ich wegen der Biwak Ausrüstung nicht gehen, aber auch das Heil war alleine das Risiko nicht wert. Ein Ausrutscher und es geht trotz Steigeisen und Pickel die ganze Flanke runter... da muss wer mit, ein Seilpartner...

Der Abstieg war wie der Aufstieg, in den Rinnen und wo die Sonne zu Mittag noch nicht hinkommt ordentlich Altschnee. Lustig fand ich die 7 Tschechen, welche mir an der Waldgrenze entgegen kamen. Mit Turnschuhen und einem Jausensackerl erkundigten sie sich wie weit es den noch auf den Gipfel sei? ... ohne Worte